Weiteren Verbesserungsbedarf gibt es bei der Höhe des Sonderausgabenabzugs sowie beim Kreis der Förderberechtigten. Es gilt außerdem, Verschlechterungen für Familien mit niedrigem Einkommen zu vermeiden. Der Finanzausschuss hat heute den entsprechenden Vorschlägen Hessens zur Verbesserung des Gesetzes zugestimmt.
Zitate Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz:
„Sehr gut, dass es nun mit dem Altersvorsorgereformgesetz der Bundesregierung in Sachen private Altersvorsorge vorangeht. Eine Reform ist seit Jahren überfällig. Nun geht es darum, im Gesetzgebungsverfahren die guten Ansätze im Interesse der Sparerinnen und Sparer weiter zu verbessern.“
„Wenn wir die private Altersvorsorge wirklich stärken wollen, müssen wir den Sonderausgabenabzug von 1800 Euro auf 3000 Euro anheben, um allein den Inflationsausgleich seit der letzten Anpassung im Jahr 2008 sicherzustellen. Die Reformüberlegungen der vergangenen Legislaturperiode waren da deutlich ambitionierter. Dass der Gesetzentwurf es möglich macht, das Altersvorsorgedepot zusätzlich mit ungeförderten Beiträgen zu besparen, ist hingegen eine gute Idee. Damit stärken wir die private Vorsorge zusätzlich.“
„Vereinfachungen dürfen nicht zulasten von Familien mit niedrigem Einkommen gehen. Wir dürfen die Hürden, um die volle Kinderzulage zu erhalten, nicht zu hoch legen!“
„Eine moderne Altersvorsorge braucht eine breite Teilhabe statt enger Zugangshürden. Daher mache ich mich im Finanzausschuss des Bundesrates dafür stark, den Kreis der Förderberechtigten etwa auf Selbständige oder am besten auf alle Menschen im erwerbsfähigen Alter zu erweitern.“
„Ein echtes Standardprodukt muss transparent, kosteneffizient und renditestark sein. Vor allem muss es eine echte Vergleichbarkeit im Dickicht der neuen Produktlandschaft ermöglichen. Das bietet das geplante Standard-Depot noch nicht. Unter dem Etikett eines Standardprodukts können künftig Millionen unterschiedlicher Fonds-Kombinationen angeboten werden. Dies geht zulasten der Transparenz und Vergleichbarkeit – und damit zulasten der Bürgerinnen und Bürger.“
„Die Lösung besteht in einem staatlich organisierten, aber privatwirtschaftlich geführten Standardprodukt nach dem Vorbild der hessischen Deutschland-Rente. Es sorgt für echte Vergleichbarkeit und eröffnet die Möglichkeit, endlich ein Opt-Out-Modell in der privaten Altersvorsorge einzuführen. Andere Länder wie Großbritannien und Schweden zeigen seit Jahren, wie erfolgreich solche Standardprodukte in der Altersvorsorge funktionieren.“