Herr Lorz und Herr Stark sitzen auf einer Bühne - neben ihnen die Flaggen von Hessen, der USA und der EU.

Hessisches Ministerium der Finanzen

Frankfurt Dialogue bringt Entscheider zusammen

Finanzminister Lorz hat in Berlin den Frankfurt Dialogue gestartet. Bei der Auftaktveranstaltung diskutierte er mit dem ZEIT-Journalisten Holger Stark über die Zukunft Amerikas und Europas.

Der Frankfurt Dialogue soll künftig internationale Entscheidungsträger zusammenbringen, um über wirtschaftliche Sicherheit, Kapitalströme und strategische Abhängigkeiten zu sprechen. Zum Auftakt kamen über 100 Gäste in die Hessische Landesvertretung in Berlin.

Zitate Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz:

„Die Welt verändert sich grundlegend. Sicherheit, wirtschaftliche Stärke und finanzielle Handlungsfähigkeit sind heute enger miteinander verbunden denn je. Mit dem Frankfurt Dialogue wollen wir einen Ort schaffen, an dem wir diese Zusammenhänge gemeinsam mit internationalen Entscheidungsträgern diskutieren und neue Perspektiven entwickeln. Denn wer über Europas strategische Eigenständigkeit spricht, muss auch darüber sprechen, wie wir diese wirtschaftlich und finanziell ermöglichen.“

„Frankfurt ist einer der Orte, an denen die Weltwirtschaft zusammenkommt. Hier treffen Kapital, Technologie, Handel und internationale Vernetzung unmittelbar aufeinander. Deshalb ist Frankfurt auch der richtige Ort, um über die großen Fragen einer sich verändernden Weltordnung zu sprechen. Mit dem Frankfurt Dialogue wollen wir diese besondere Stärke nutzen und Hessen als Ausgangspunkt internationaler strategischer Debatten weiter profilieren.“

„Die Wahlen in den USA zeigen, dass eine gemeinsame Opposition kein gemeinsames politisches Programm haben muss. Die Demokraten haben mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten und Konzepten gewonnen. Das ist auch für uns in Deutschland eine wichtige Erkenntnis. Politische Mehrheiten entstehen dort, wo Menschen glaubwürdige Antworten auf ihre persönlichen und vor allem konkreten Probleme erkennen und nicht allein durch die Abgrenzung zum politischen Gegner.“

„Die Lehre aus den Midterms reicht weit über Amerika hinaus. Demokratische Stabilität braucht wirtschaftliche Zuversicht und einen Staat, der seine Handlungsfähigkeit für seine Bürgerinnen und Bürger in deren Alltag unter Beweis stellt. Für Deutschland und Europa heißt das: Wettbewerbsfähigkeit stärken, privates Kapital mobilisieren und öffentliche Finanzen dauerhaft tragfähig halten. Wirtschaftliche Stärke ist nicht nur eine Frage des Wohlstands, sondern auch eine Voraussetzung politischer Souveränität.“

Fragen und Antworten

Der Frankfurt Dialogue ist ein neues internationales Forum des Hessischen Finanzministeriums. Hier treffen sich führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzwelt, um über die Veränderungen der internationalen Ordnung und deren wirtschaftliche Folgen zu sprechen.

Ausgangspunkt und Namensgeber des neuen Formats ist Frankfurt am Main. Die Stadt vereint mit der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, der europäischen Geldwäscheaufsichtsbehörde AMLA, der Frankfurter Börse und zahlreichen internationalen Banken eine besondere finanzwirtschaftliche Infrastruktur. Hinzu kommen mit dem internationalen Flughafen, der Messe Frankfurt und einem der weltweit bedeutendsten Internetknoten zentrale Drehscheiben für den globalen Austausch von Menschen, Waren, Kapital und Daten.

Ergänzende Veranstaltungen, so genannte Chapters, sollen das Format aber regelmäßig auch an andere Orte bringen, an denen politische und wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden. Den Auftakt bildete daher das Berlin Chapter.

Das erste Berlin Chapter stand unter dem Titel „Amerika nach den Midterms – Europa vor der Bewährungsprobe“. Nur zwei Tage nach den amerikanischen Kongresswahlen diskutierten Lorz und Holger Stark über den politischen Wandel in den Vereinigten Staaten, die Zukunft der transatlantischen Beziehungen und die Herausforderungen für Deutschland und Europa. Stark hat sich zuletzt in seinem Buch „Das erwachsene Land. Deutschland ohne Amerika – eine historische Chance“ mit der Frage auseinandergesetzt, welche Konsequenzen der Wandel Amerikas für die strategische Eigenständigkeit Europas hat.

Bereits im Vorfeld der Abendveranstaltung hatte sich Finanzminister Lorz mit Alumni verschiedener Programme des German Marshall Fund of the United States in der Hessischen Landesvertretung getroffen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Zukunft der transatlantischen Partnerschaft nach den US-Kongresswahlen sowie Fragen der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, finanziellen Resilienz und Möglichkeiten einer vertieften Zusammenarbeit zwischen Europa und den Vereinigten Staaten.

Die transatlantische Partnerschaft ist für Hessen von herausragender wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Bedeutung. Die Vereinigten Staaten sind der größte Handelspartner des Landes. Das bilaterale Handelsvolumen lag 2025 bei rund 28,4 Milliarden Euro, amerikanische Direktinvestitionen in Hessen übersteigen 47 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund sollen bestehende transatlantische Netzwerke weiter gestärkt und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit erschlossen werden, insbesondere auch aus finanz- und wirtschaftspolitischer Perspektive.

Der Frankfurt Dialogue soll künftig einmal jährlich in größerem internationalen Rahmen in Frankfurt stattfinden, erstmals 2027. Weitere Chapter sind bereits in Planung. So wird sich das Singapore Chapter noch im November mit „Investing in Economic Security – Connecting Europe and the Asia-Pacific“ befassen.

Eine Gruppe von ungefähr 20 Personen aus der Vogelperspektive - in ihrer Mitte steht Herr Lorz.

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