Das Dienstgebäude des Finanzamts Alsfeld-Lauterbach ist eines von vielen Landesgebäuden, die energetisch saniert wurden.

Sanierung, Bau und Mobilität

Neubau, Bestand und Energiemanagement

Minderungsmaßnahmen im Bereich der Gebäude gehören zu den Kernaufgaben der CO2-neutralen Landesverwaltung, denn etwa 75 Prozent der CO2-Emissionen werden durch die Energieversorgung der Gebäude verursacht.

Neben der Einführung von landesweit einheitlichen Standards für Neubauten steht ein umfangreiches Sanierungsprogramm für die Bestandsgebäude des Landes auf der Agenda. Die Beschäftigten der Landesverwaltung für Klimaschutz und für Energieeffizienz zu sensibilisieren und in die Maßnahmen einzubeziehen, ist ebenso Aufgabe auf dem Weg zur CO2-neutralen Landesverwaltung.

CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramme (COME)

Zur energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden wurden die CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramme (kurz: COME-Programme) eingeführt. Damit wurden von 2012 bis 2019 in einem ersten Programm 93 energetische Sanierungen und Einzelmaßnahmen für 160 Millionen Euro umgesetzt, die eine CO2-Einsparung von insgesamt 250.000 Tonnen über eine Nutzungsdauer von 30 Jahren erzielt haben.

Für ein zweites Programm (COME-Hochschulen) stellt die Landesregierung insgesamt 236 Millionen Euro zur Verfügung. Die in diesem Rahmen begonnenen Baumaßnahmen zur energetischen Ertüchtigung von Hochschulgebäuden werden zum großen Teil bis 2027 abgeschlossen sein.

Energieeffizienz-Standards im Staatlichen Hochbau

Bei Neubauten und Bestandsgebäuden müssen Möglichkeiten genutzt werden, die CO2-Emissionen im Lebenszyklus des Gebäudes zu minimieren. Dafür ist entscheidend, dass der Primärenergiebedarf auf einem möglichst geringen Niveau gehalten wird. Die Primärenergie ist die Gesamtmenge an Energie, die benötigt wird, einschließlich der Energie, die für Gewinnung, Umwandlung und Transport der Energieträger erforderlich ist. Der erforderliche Energiebedarf soll zudem im Rahmen der technischen Umsetzbarkeit durch regenerative oder emissionsarme Energieformen gedeckt werden. Bei Umrüstung oder Neuausstattung der Gebäudetechnik sind grundsätzlich nur Anlagen zu verwenden, die auf die Verbrennung fossiler Energieträger verzichten. Neubauten und die Gebäudesanierungen sind so umzusetzen, dass die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Ebenso sind vorwiegend Baumaterialien aus nachwachsenden und recyclingfähigen Rohstoffen sowie Baustoffe und Produkte mit geringem Energieverbrauch bei Herstellung, Lagerung, Transport, Verarbeitung und Entsorgung einzusetzen. Darüber hinaus sind bei Landesgebäuden Photovoltaikanlagen zu installieren. Näheres regelt das Hessische Klimagesetz (HKlimaG) sowie das Hessische Energiegesetz (HEG).

Mobilität

Etwa 25 Prozent der Emissionen, die in der Hessischen Landesverwaltung verursacht werden, sind den Dienstreisen per PKW, Bahn oder Flugzeug zuzuschreiben.

Der Einsatz von Elektro- oder Hybridfahrzeugen, die von der CO2-neutralen Landesverwaltung geförderten Pedelecs und das LandesTicket Hessen sorgen bereits dafür, dass Emissionen reduziert werden. Außerdem können Telefon- oder Videokonferenzen dazu beitragen, Dienstreisen und die damit verbundenen Emissionen erheblich zu verringern.

Im Sinne der Strategie der CO2-neutralen Landesverwaltung bedeutet das: In erster Linie sind Emissionen zu minimieren und Dienstreisen gar nicht erst anzutreten, sofern sich die Möglichkeit von Online-Konferenzen bietet. Ist eine Dienstreise unverzichtbar, sollte diese möglichst umweltfreundlich sein. Wer Flugreisen durch Bahnreisen ersetzt und statt des Dienst-PKW den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vorzieht, handelt nachhaltig.

Weil sich Dienstreisen nicht vollständig vermeiden lassen, werden die dabei entstehenden unvermeidbaren Emissionen durch Kompensation ausgeglichen.

Die Landesregierung hat im September 2019 durch Kabinettsbeschluss festgelegt, dass die Emissionen aus Dienstreisen ab 2020 mit Emissionsgutschriften (Zertifikaten) ausgeglichen werden sollen. Vorgenommen wurde die Kompensation rückwirkend ab 2018. Langfristig ist der Umstieg auf klimaschonende Technologien vorgesehen.