Ein Mann tippt Zahlen in einen Taschenrechner ein.

IPSAS-Abschluss 2019 des Landes Hessen

IPSAS als Alternative zu nationalen Bilanzierungsvorgaben?

Mit Artikel16 Abs. 3 der Richtlinie 2011/85/EU des Rates über die Anforderungen an den haushaltspolitischen Rahmen der Mitgliedstaaten vom 8.11.20111ist die EU-Kommission beauftragt worden, der Frage nachzugehen, ob die internationalen Rechnungsführungsgrundsätze für den öffentlichen Sektor („International Public Sector Accounting Standards“ - IPSAS) für die Mitgliedstaaten geeignet sind. Die IPSAS stellen Rechnungslegungsstandards dar, die gemäß den Empfehlungen des IPSAS-Board von Regierungen und anderen öffentlichen Stellen verwendet werden. Sie orientieren sich an den Rechnungslegungsstandards für den privaten Sektor (IAS/IFRS), berücksichtigen jedoch die speziellen Gegebenheiten des öffentlichen Sektors.

In Erledigung des mit Art. 16 Abs. 3 der RL 2011/85/EU erteilten Prüfauftrags hat sich die EU-Kommission mit ihrem Bericht „Die angestrebte Umsetzung harmonisierter Rechnungsführungsgrundsätze für den öffentlichen Sektor in den Mitgliedstaaten“ vom 6.3.20132mit Blick auf die Heterogenität des öffentlichen Rechnungswesens in Europa für die Einführung von European Public Sector Accounting Standards (EPSAS) als neuem harmonisierten Rechnungslegungsstil im öffentlichen Sektor ausgesprochen. Zugleich hat die EU-Kommission eingeräumt, dass die IPSAS in ihrer gegenwärtigen Form nicht ohne weiteres in den EU-Mitgliedstaaten eingeführt werden können, jedoch einen ersten Bezugsrahmen für eine mögliche harmonisierte Rechnungsführung des öffentlichen Sektors in der EU darstellen.

In diesem Kontext stellt das Land Hessen im Rahmen eines Projekts testweise einen IPSAS-Abschluss 2019 auf. Mit dem Abschluss will das Land untersuchen, welche praktischen Unterschiede sich für eine staatliche Gebietskörperschaft gegenüber einem nach § 322 HGB uneingeschränkt testierten Konzernabschluss ergeben und welche Schlussfolgerungen daraus für die Entwicklung der EPSAS zu ziehen sind. Im Fokus dieses Projekts stehen praktische Erfahrungswerte, die fundierte Beiträge des Landes zum aktuellen Diskussionsprozess auf nationaler und europäischer Ebene ermöglichen.

1ABl. L 306 vom 23.11.2011, S. 41

2EU-Kommission v. 6.3.2013, COM(2013) 114 final, Bericht der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament, Brüssel 2013, Eur-LexÖffnet sich in einem neuen Fenster

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