Finanzminister Lorz hat ihm das Ehrenabzeichen des Bundespräsidenten in der Hessischen Staatskanzlei überreicht und seine Dienste in politischen Institutionen der Bundesrepublik und der Europäischen Union, seine Grundsatztreue gegenüber einer stabilen Währungspolitik und sein Engagement in zahlreichen Stiftungen und Initiativen gewürdigt.
Zitate Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz:
„Jürgen Stark hat sich über Jahrzehnte hinweg für die Bundesrepublik Deutschland eingebracht. Dieser Dienst ist ihm nicht hoch genug anzurechnen. Sein herausragender Einsatz für eine stabile Währungs- und Finanzpolitik während seiner Zeit als Vizepräsident der Deutschen Bundesbank und als Mitglied des Direktoriums und Rates der Europäischen Zentralbank sowie seine Rolle beim Aufbau der europäischen Währungsunion gilt es außerdem besonders zu würdigen.“
„Jürgen Stark handelte stets nicht auf den eigenen Vorteil, sondern auf das Gemeinwohl bedacht. Mit dieser Art hat er sich besonders um die deutsche und europäische Finanz- und Geldpolitik verdient gemacht.“
„Neben seiner finanz- und wirtschaftspolitischen Arbeit setzte sich Jürgen Stark auch ehrenamtlich in verschiedenen Stiftungen, Initiativen und Institutionen ein, unter anderem als Vorsitzender des Stiftungsrates der Universität Hildesheim und Mitglied des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung sowie bei der Senckenberg Gesellschaft als Mitglied des Verwaltungsrats und Kuratoriums. Durch sein ehrenamtliches Engagement bereichert er unsere Gesellschaft bis heute. Vielen Dank dafür!“
Fragen und Antworten:
Welchen beruflichen Werdegang hat der Geehrte?
Professor Dr. Jürgen Stark war ab dem Jahr 1978 in verschiedenen Positionen im Bundesministerium für Wirtschaft tätig. 1988 folgte der Wechsel ins Bundeskanzleramt, dort leitete er das Referat Außenwirtschaft, Geld und Währung, Finanzmärkte; europäische und internationale Wirtschafts- und Finanzinstitutionen. In das Bundesministerium der Finanzen wechselte der Wirtschaftswissenschaftler 1992, dort hatte er verschiedene Führungspositionen inne. Ab 1993 war er außerdem deutscher Delegierter im Internationalen Währungsfonds. 1995 wurde er zum Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen ernannt und war in diesem Amt für Grundsatzfragen, Steuerpolitik, Europäische und internationale Finanzbeziehungen sowie die Vorbereitungen zur Einführung des Euro zuständig. Von 1995 bis 1998 war er Persönlicher Beauftragter („Sherpa“) des Bundeskanzlers zur Vorbereitung der G7-Wirtschaftsgipfel. Darauffolgend war der Geehrte von 1998 bis 2006 Vizepräsident der Deutschen Bundesbank und von 2006 bis 2011 Chef-Volkswirt und Mitglied des Direktoriums und Rates der Europäischen Zentralbank (EZB). Ende 2011 legte er seine Aufgaben in der EZB aus persönlichen Gründen nieder. Seitdem ist er freiberuflich als Dozent und Berater tätig.
Was sind die wichtigsten ehrenamtlichen Aufgaben von Professor Dr. Jürgen Stark?
Stark engagierte sich über viele Jahre in zahlreichen Stiftungen, Instituten und Initiativen, unter anderem als Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Universität Hildesheim, als Mitglied des Verwaltungsrates und Kuratoriums der Frankfurter Senckenberg Gesellschaft sowie als Mitglied des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung. Als Stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums des ifo Instituts wirkte er rund zwei Jahrzehnte. Auch heute ist Jürgen Stark weiterhin gesellschaftlich engagiert und aktiv, zum Beispiel als Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-August von Hayek-Stiftung in Freiburg, die sich der Verbreitung liberaler Prinzipien wie individueller Freiheit, Marktwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit verschrieben hat sowie als langjähriger Honorarprofessor an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen.
Ist der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland die erste Ehrung für Jürgen Stark?
Der Geehrte wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach ausgezeichnet. So wurde ihm bereits 1997 das Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. 2015 folgte der Niedersächsische Verdienstorden am Bande und 2023 die Alfred Müller Armack-Verdienstmedaille. Die Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in der Ordensstufe „Verdienstkreuz 1. Klasse“ ist seine bisher höchste Auszeichnung.