Sie zogen heute Bilanz zu einem Jahr HessenFonds: Dr. Michael Reckhard (WIBank), Digitalministerin Professorin Dr. Kristina Sinemus, Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori, Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz und Johann Maack (Frontier Fuels).

Hessisches Ministerium der Finanzen

Ein Jahr HessenFonds

360 geförderte Unternehmen, 8000 Jobs gesichert, 600 neue Jobs geschaffen.

  • 292 Millionen Euro beantragt, 158 Millionen Euro bewilligt
  • Fokus auf Transformation (90 Prozent der Fälle) und Innovation
  • Breite Unterstützung von Start-ups bis Großunternehmen

Der Hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Kaweh Mansoori hat heute gemeinsam mit Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz, Digitalministerin Professorin Dr. Kristina Sinemus und Dr. Michael Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung nach einem Jahr HessenFonds Bilanz gezogen. Die Ergebnisse wurden gemeinsam mit Johann Maack, Co-Founder des geförderten Unternehmens Frontier Fuels, im Circle Hub in Offenbach vorgestellt.

Das Fazit: Der HessenFonds wird stark nachgefragt. Aus dem bis Ende 2028 verfügbaren Kreditvolumen von insgesamt 750 Millionen Euro wurden im ersten Jahr bereits 292 Millionen Euro beantragt und davon gut 158 Millionen Euro bewilligt. So konnten seit dem Start insgesamt 360 Unternehmen unterstützt werden. Dabei standen insbesondere Investitionen in Innovation und Transformation im Mittelpunkt, die den Großteil der geförderten Vorhaben ausmachen. Der Fonds leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Wirtschaft und zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Hessen. Zusätzlich zu den Mitteln für Kredite waren auch 250 Millionen Euro für Risikokapital und damit direkt für Unternehmens-Beteiligungen bereitgestellt worden. Somit stehen insgesamt eine Milliarde Euro für den HessenFonds zur Verfügung.

„Mit dem HessenFonds konnten wir im letzten Jahr insgesamt 360 Unternehmerinnen und Unternehmer im ganzen Land in diesen herausfordernden Zeiten unterstützen. Mit dieser Unterstützung haben die Unternehmen Investitionen getätigt, um die Stabilität der hessischen Wirtschaft zu sichern. Mit dem HessenFonds ermöglichen wir die aktive Unterstützung der hessischen Wirtschaft in ihren Innovations- und Transformationsvorhaben, wobei letztgenannte 90 Prozent der Fälle ausmachen. Die Förderangebote des HessenFonds bieten allen Unternehmen unabhängig von ihrer Unternehmensgröße die Möglichkeit, sich zukunftssicher aufzustellen. Der HessenFonds dient damit auch der Beschäftigungssicherung. So wurden mit den Krediten mehr als 8000 Arbeitsplätze gesichert und über 600 neue Arbeitsplätze geschaffen“, sagte Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori beim heutigen Pressetermin.

HessenFonds ist Antwort auf globale Veränderungen

Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz: „Mit dem Geld des HessenFonds stärken wir gezielt die hessischen Unternehmen dort, wo sie das Geld brauchen: bei der Gründung, bei Unternehmensnachfolgen, bei besonders herausfordernden Unternehmensentwicklungen, bei Innovationen und Transformationen von Unternehmen. Damit bewahren und schaffen wir Arbeitsplätze und sichern den Lebensunterhalt der Beschäftigten. Die starke Nachfrage der Unternehmen zeigt, dass wir mit dem HessenFonds genau richtig liegen. Die 100-prozentige Bürgschaft des Landes schafft Sicherheit: So kann das Geld gezielt dort eingesetzt werden, wo es am meisten bewegt: bei zukunftsfähigen Technologien, nachhaltigen Geschäftsmodellen und der Stärkung der hessischen Wettbewerbsfähigkeit.“

Digitalministerin Professorin Dr. Kristina Sinemus: „Der HessenFonds ist ein zentraler Hebel für Digitalisierung, Resilienz und Innovation in Hessen. 158 Millionen Euro stärken bereits gezielt Mittelstand und Start-ups. Diesen Kurs setzen wir entschlossen fort.“

„Hessische Unternehmerinnen und Unternehmen stecken voller guten Ideen und unsere Aufgabe ist es, ihnen die Verwirklichung dieser Ideen zu ermöglichen – so bedarfsgerecht und unbürokratisch wie möglich. Mit einer Zinsvergünstigung von bis zu zwei Prozent pro Jahr auf den Darlehenszins bieten wir den Unternehmen in Hessen einen wesentlichen Finanzierungsvorteil, von dem sie über die gesamte Darlehenslaufzeit von bis zu zehn Jahren profitieren können“, hob Dr. Michael Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung, hervor.

Johann Maack, Co-Founder & Head of Technology beim geförderten Unternehmen Frontier Fuels, bekräftigte: „Das HessenFonds Kleindarlehen war für uns ein echter Wachstumstreiber – die schnelle und unbürokratische Finanzierung hat es uns ermöglicht, unsere Lieferkapazitäten gezielt auszubauen und nachhaltige Biokraftstoffe schneller auf den Markt zu bringen. Eine solche Unterstützung ist entscheidend, um jungen Unternehmen den nötigen Freiraum zu geben, innovative und nachhaltige Lösungen wirkungsvoll umzusetzen.“

Finanzierung über die WIBank

Mit dem HessenFonds hatte die Landesregierung vor einem Jahr ein neues Instrument geschaffen, um Unternehmen bei ihrer Anpassung an die sich ändernden strukturellen Rahmenbedingungen sowie bei innovativen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu unterstützen. HessenFonds-fähig sind dabei Investitionen in den Unternehmensumbau, in die Erweiterung und Neuanschaffung von Maschinen und Anlagen, in die Automatisierung und Digitalisierung, in Forschung und Entwicklung sowie in Innovationen. Ein besonderes Aufbruchssignal liegt in der Bereitstellung von Risikokapital mittels HessenFonds Beteiligungen, die über die BMH Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH bereitgestellt werden.

Um den unterschiedlichen Bedarfen der Unternehmen Rechnung zu tragen, werden im HessenFonds vier Kreditprodukte angeboten: Kleindarlehen, GuW (ERP)-Darlehen, Innovationskredite und Großdarlehen. Je nach Kreditprodukt können die Darlehen bei der WIBank bzw. der jeweiligen Hausbank beantragt werden. Eine Beteiligung aus dem HessenFonds wird bei der beauftragten BMH Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH beantragt. Das Produkt HessenFonds GuW (ERP) kann zudem mit einer günstigen Bürgschaft der Bürgschaftsbank Hessen kombiniert werden. Auf der Website der WIBank können Sie alle Informationen zum HessenFonds in übersichtlicher und dennoch umfassender Form nachlesen.

Ein Fonds für viele

Das Besondere an der umfangreichen Unterstützung ist, dass der Fonds Unternehmen aller Größenordnungen adressiert. Antragsberechtigt sind unter anderem:

  • Gründerinnen und Gründer, Start-ups
  • Kleine & mittlere Unternehmen (KMU) wie beispielsweise Handwerksbetriebe
  • Großunternehmen
  • Mittelständische und große Industrieunternehmen
  • Unternehmensnachfolgerinnen und -nachfolger

Wie geplant hat der HessenFonds auch unterschiedliche Teile der hessischen Wirtschaft erreicht. Rund 46 Prozent der Förderung entfallen auf Unternehmen, aus Industrie und Handel, knapp zwölf Prozent auf Handwerksunternehmen und etwa 40 Prozent auf Freie Berufe. Auch nach Branchen ergibt sich ein breites Bild. Besonders stark vertreten ist das Gesundheitswesen mit knapp 30 Prozent der Darlehen. Jeweils rund zehn Prozent entfallen auf beratende Berufe, Dienstleistungen, den Einzelhandel sowie das Baugewerbe. Regional zeigt sich ebenfalls eine landesweite Verteilung: Rund 46 Prozent der Kredite gingen an Unternehmen im Regierungsbezirk Darmstadt, rund 21 Prozent an den Regierungsbezirk Gießen und rund 33 Prozent in den Regierungsbezirk Kassel.

„Ich lade alle Unternehmen herzlich ein, sich über die Unterstützungsmöglichkeiten des HessenFonds zu informieren und zu prüfen, ob ein Kredit oder eine Beteiligung für Ihre Vorhaben in Frage kommt. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Hessen ein starker Wirtschaftsstandort bleibt und der Fortschritt bei den Menschen ankommt. Für alle Bürgerinnen und Bürger unseres Landes“, so Minister Mansoori.

Weitere Informationen finden Sie bei der WIBankÖffnet sich in einem neuen Fenster.

Praxisbeispiel: Frontier Fuels

Die FF Frontier Fuels GmbH hat ein HessenFonds-Kleindarlehen zur Betriebsmittelfinanzierung in Höhe von 300.000 Euro erhalten. Es handelt sich um ein Unternehmen, das Produkte zur Dekarbonisierung der Wirtschaft produziert. Frontier Fuels entwickelt und vertreibt zertifizierte Biotreibstoffe auf Reststoffbasis für die Schifffahrt, die über 90 Prozent Treibhausgasminderung erzielen und mindestens 15 Prozent günstiger als marktübliche Alternativen sind. Von diesen Biotreibstoffen liefert das Unternehmen inzwischen mehr als fünf Millionen Liter pro Monat aus und vermeidet damit rund 13.000 Tonnen CO₂. Das Darlehen wird vollständig zur Vorfinanzierung von Lieferungen eingesetzt und erhöhte die monatliche Lieferkapazität um eine Million Liter – eine Verdoppelung zum Zeitpunkt der Darlehensvergabe. Das Vorhaben unterstützt die Dekarbonisierung der Schifffahrt, stärkt den Standort Hessen und schafft die Grundlage für profitables, skalierbares Wachstum.

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