Drei Fragen an Dr. Martin J. Worms

"Solide Finanzen sind essentiell für ein attraktives, zukunftssicheres Hessen"

Was ändert sich für Sie im neuen Amt?

Nicht überall betrete ich Neuland, Haushalt und Finanzpolitik etwa sind mir langjährig vertraut. Allerdings wird sich mein Aufgabenspektrum deutlich erweitern: Personal, Organisation, Steuerpolitik, Steuerverwaltung, Beteiligungsmanagement sowie Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten – um nur einige Stichworte zu nennen – sind wichtige Bereiche, in die ich mich zügig einarbeiten muss. Neu sein wird auch meine Rolle als Amtschef mit der Gesamtverantwortung für das Haus und den ganzen Geschäftsbereich – eine ausgesprochen spannende Herausforderung.

Worin sehen Sie Ihre Hauptaufgabe als Staatssekretär?  

Das allgemeine Bewußtsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen, generationengerechten Finanzpolitik ist in den letzten Jahren merklich gewachsen. Ich will dazu beitragen, dass diese Entwicklung anhält. Solide Finanzen sind essentiell für ein attraktives, zukunftssicheres Hessen. Sie setzen aber auch eine leistungsstarke, motivierte Finanzverwaltung voraus. Da sind wir im Ländervergleich sehr gut aufgestellt. Sorgen macht mir allerdings die anstehenden Pensionierungswelle der Baby-Boomer-Generation in der Steuerverwaltung und die damit verbundene Gefahr von Einbußen an Erfahrung und Qualität. Hier müssen und werden wir gegensteuern.

Welchen Weg nimmt die Finanzpolitik?

Mit der Einführung der Schuldenbremse und der nach intensivem Ringen jetzt endlich abgeschlossenen Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen steht die Finanzarchitektur für die kommenden Jahre fest. Das erleichtert Planungen und Zielvorgaben. Die hessischen Finanzen haben bereits in den letzten Jahren auch dank gestiegener Steuereinnahmen und historisch niedriger Kapitalmarktzinsen einen guten Weg eingeschlagen. Allerdings: Solch günstigen Rahmenbedingungen werden nicht ewig anhalten können. Auf fette kommen immer wieder auch magere Jahre, darauf weist schon die Bibel hin. Eine vorausschauende, vorsorgende Finanzpolitik darf nicht in Euphorie verfallen, sondern muss dies im Blick haben.