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Drei Fragen an Dr. Thomas Schäfer

„Meine Grundsätze sind Verbindlichkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit“

Was macht für Sie den Reiz am Amt des Finanzministers aus?

Die Vielfalt im doppelten Sinn, die das Amt mit sich bringt. Damit meine ich zum einen die Bandbreite der Aufgabenfelder, die dem Finanzressort zugeordnet sind: Neben der „klassischen“ Haushalts- und Finanzpolitik ist das Hessische Finanzministerium auch für die Bereiche Bau, Immobilien und Beteiligung sowie unterschiedliche Nachhaltigkeitsprojekte im Hinblick auf die Landesliegenschaften und den Aspekt der fairen Beschaffung zuständig. Das macht meine Arbeit enorm spannend und abwechslungsreich. Zum anderen aber auch die vielen unterschiedlichen Menschen, auf die ich im täglichen Arbeitsleben treffe und die ich als große Bereicherung empfinde.

Wo sehen Sie die größte Herausforderung in der Finanz- und Haushaltspolitik?

Im Spannungsfeld zwischen notwendiger Konsolidierung einerseits und nachhaltigen, zukunftsorientierten Investitionen andererseits. Unser Handeln als Landesregierung dreht sich also stets um die Frage, wie wir unvertretbare finanzielle Belastungen für kommende Generationen vermeiden können, uns aber gleichzeitig bei einer derzeit angespannten Haushaltslage nicht kaputtsparen, sondern intelligent und zielgerichtet in die Zukunftsfähigkeit des Landes investieren. Hinzu kommt auch die schwer vorhersehbare weitere Entwicklung im Hinblick auf die europäische Staatsschuldenkrise. Trotz der skizzierten Probleme möchte ich betonen, dass Hessen im deutschlandweiten Vergleich gut aufgestellt ist, die Menschen leben gerne hier.

Welchen Grundsätzen folgen Sie im politischen Tagesgeschäft?

Verbindlichkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit. Verbindlichkeit bedeutet für mich, eine hohe Übereinstimmung zwischen Worten und Taten zu erzielen. Transparenz heißt zu erklären, was ich tue und warum ich auf bestimmte Art und Weise handele. Ein gutes Beispiel dafür war unser Geschäftsbericht im vergangenen Herbst zum Jahresabschluss 2011: Ich wurde häufiger gefragt, warum ich als Finanzminister mir das antue, die Zahlen zur Rechnungslegung des Landes detailliert zu veröffentlichen. Transparenz schließt für mich aber auch ein, unangenehme Wahrheiten auszusprechen und in der Folge vielleicht auch einmal eine unpopuläre Entscheidung umzusetzen. Daran knüpft der letzte Punkt an, nämlich Nachhaltigkeit: Welche Konsequenzen hat mein heutiges Handeln auf die Generationen von morgen und übermorgen? Wenn ich diese Überlegung ernsthaft in mein politisches Handeln miteinbeziehe, so bedeutet das zwangsläufig, dass derzeitige Ressourcen geschont werden müssen.