Kinderbetreuungskosten

Von den Aufwendungen für Dienstleistungen zur Betreuung eines Kindes werden zwei Drittel, höchstens 4.000 Euro im Jahr je Kind steuerlich als Sonderausgaben berücksichtigt, wenn

  • für das Kind ein Anspruch auf die steuerlichen Freibeträge oder auf Kindergeld besteht,
  • das Kind zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehört und
  • das Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das Kind wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.

Haben beide Elternteile Betreuungskosten getragen, werden diese bei jedem Elternteil grundsätzlich nur bis zum hälftigen Höchstbetrag (2.000 Euro) berücksichtigt.

Welche Kosten werden berücksichtigt?

Für einen Abzug kommen grundsätzlich alle Kosten in Betracht, die zur Betreuung des Kindes anfallen, z. B. Kosten für eine Tagesmutter, Kinderpflegerin, Erzieherin oder Kinderschwester, für einen Krippen-, Hort oder Kindergartenplatz oder für eine Aufsichtsperson bei der Erledigung der Schulaufgaben. Aufwendungen für Unterricht (z. B. Schulgeld, Nachhilfe oder Fremdsprachenunterricht), für die Vermittlung besonderer Fähigkeiten, für sportliche und andere Freizeitbetätigungen sowie für die Verpflegung des Kindes werden nicht berücksichtigt.

Voraussetzung für den Abzug ist, dass der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten hat, die Zahlung auf das Konto des Leistungserbringers erfolgt ist und die Zahlung auch nicht rückerstattet wurde. Einer Rechnung stehen andere geeignete Nachweise gleich (z. B. schriftlicher Arbeitsvertrag mit der Betreuungsperson, Gebührenbescheid des Kindergartens oder -hortes).

Während der Corona-Pandemie mussten viele Eltern ihre Kinder selbst betreuen und haben daher häufig im Homeoffice gearbeitet. Für die Jahre 2020 und 2021 können insoweit pauschal 5 € pro Arbeitstag, maximal 600 € im Jahr als sonstige Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Die Pauschale wird für die Tage gewährt, an denen ausschließlich zu Hause gearbeitet wurde, und nur, wenn nicht bereits Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers geltend gemacht werden.

Was ist zu tun?

Kinderbetreuungskosten berücksichtigt das Finanzamt bei der Einkommensteuerveranlagung. Hierzu müssen Sie die entsprechende Rubrik in der „Anlage Kind“ ausfüllen. Das Finanzamt kann die Belege im Einzelfall anfordern. Auch eine Berücksichtigung beim Lohnsteuerabzug ist möglich. Wollen Sie die Homeoffice-Pauschale geltend machen, dann tragen Sie die Aufwendungen in der „Anlage N” unter sonstige Werbungskosten (Zeile 47) ein.

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