Startseite » Steuern » Kampf gegen Steuerkriminalität » Finanzminister Dr. Schäfer stellt Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Steuerkriminalität vor
Pressemitteilung vom 29. August 2016

Finanzminister Dr. Schäfer stellt Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Steuerkriminalität vor

Gruppenbild zum Besuch Oberfinanzdirektion durch Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und die Fraktionsvorsitzenden Michael Boddenberg und Mathias Wagner.
1 von 5 Bildern
Im Bild (v.l.n.r.): Nicole Hasenau, Dr. Thomas Lott, Steffen Reinhold, Laura Vogel (alle Oberfinanzdirektion), Michael Boddenberg (MdL), Iris Peters (Oberfinanzdirektion), Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, Mathias Wagner (MdL), Martina Böhme (Oberfinanzdirektion) sowie Jürgen Roßberg (Oberfinanzpräsident), Roland Kasteleiner (Finanzpräsident) und Uwe Günther (Oberfinanzdirektion).
© HMdF

„Hessen führt den Kampf gegen Steuerkriminalität offensiv und von vorne. Deshalb sind wir dabei an entscheidenden Punkten weit besser als der Bundesschnitt. Mit dem Haushalt 2017, dem Maßnahmenpaket zur verstärkten Bekämpfung der Steuerkriminalität und der internationalen Steuerflucht und dem Sicherheitspaket legen wir nochmals kräftig nach: Gegen Trickser und Betrüger, für Steuergerechtigkeit und im Sinne der überwältigenden Mehrheit der steuerehrlichen Bürgerinnen und Bürger. Hessen wird noch gerechter!“, erklärte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute in Frankfurt. Zusammen mit den Fraktionsvorsitzenden der Landtagsfraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen, Michael Boddenberg und Mathias Wagner, besuchte er dort die Oberfinanzdirektion und stellte weitere Maßnahmen im Kampf gegen Steuerkriminalität vor.

115 zusätzliche Stellen zur Durchsetzung von Steuergerechtigkeit

Hessens Steuerverwaltung ist personell gut ausgestattet und kann beachtliche Erfolge vorweisen. „Das liegt auch daran, dass wir die Zahl der Mitarbeiter an der Front, Betriebsprüfer und Steuerfahnder, in den letzten zehn Jahren um 25 Prozent gesteigert haben. In ganz Hessen haben wir 1.400 Betriebsprüfer, davon sind knapp 100 speziell am Finanzplatz tätig. Sie machen nichts anderes, als Großbanken zu prüfen. In der Regel ist das ein dauerhafter Prozess. Die Betriebsprüfer sind teilweise über Monate in den Geldhäusern tätig. Schnell wird uns da kaum einer los“, so Finanzminister Schäfer.

Mit dem Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Steuerkriminalität und Steuerflucht legt Hessen nun weiter nach. 80 Stellen werden zusätzlich im Innendienst geschaffen, insbesondere in Arbeitsbereichen, die sich mit internationalen Steuerfallgestaltungen befassen. Bereits im Jahr 2013 hat die damalige Landesregierung mit dem „5-Punkte-Programm zur verstärkten Bekämpfung der Steuer- und Wirtschaftskriminalität“ die Weichen in die richtige Richtung gestellt und entschlossen gehandelt.

„Enthüllungen wie die der Panama Papers werfen immer wieder ein Schlaglicht auf ein bekanntes Phänomen: Es sind nicht Otto Normalbürger, sondern es sind oftmals Leute und Institutionen, die etwas auf sich oder ihren vermeintlichen Rang in der Gesellschaft halten, die eben diese Gesellschaft betrügen. Sie können sich finanziell aufwendige Steuervermeidungsstrategien leisten – und meinen wohl, sich das auch leisten zu dürfen“, so Schäfer. Diesem Umstand trage die Finanzverwaltung Rechnung. „Es geht darum, Schwerpunkte zu setzen, Spezialisten für die zunehmend komplexen Fälle zu haben, wo uns Heerscharen trickreicher und gut bezahlter Vertreter auf Seiten der Steuerpflichtigen gegenüber stehen. Wir betrauen immer mehr Beamte mit den schwierigen Fällen; setzen sie dort ein, wo Steuern erfahrungsgemäß im großen Ausmaß hinterzogen werden. Gleichzeitig wird die Prüfung der Steuererklärung von Arbeitnehmern mehr und mehr automatisiert. So können wir unsere Kräfte an den wichtigen Stellen bündeln.“

Auch Hessens erfolgreiche Steuerfahndung wird weiter ausgebaut: Mit einem Sicherheitspaket werden im Haushalt 2017 35 Stellen für diesen Bereich geschaffen.

Steuern zahlen ist ein Dienst am Gemeinwesen. Es ist nicht hinnehmbar, mit welch krimineller Energie teilweise versucht wird, sich aus der Verantwortung zu stehlen, mit welchem Aufwand Einzelne Gesetze umgehen oder Gesetzeslücken ausnutzen. Im Blick immer nur den größtmöglichen Profit für sich, den Blick für die Gemeinschaft offensichtlich verstellt“, so Finanzminister Schäfer. „Wie man ruhigen Gewissens in einer Gemeinschaft leben kann, die man selbst betrügt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Wir erhöhen den Druck auf die Gewissenlosen nun weiter, mit noch mehr gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Steuerverwaltung.“

Allzeithoch: 650 Anwärter im kommenden Jahr, 1.700 bis 2019

Die zusätzlichen Investitionen in schlaue Köpfe führen zu einem historischen Allzeithoch bei den Einstellungszahlen im kommenden Jahr: 650 Anwärterinnen und Anwärter können ihre Ausbildung in der Steuerverwaltung beginnen. 2016 – 2019 werden insgesamt 1.700 junge Menschen in der hessischen Steuerverwaltung nach dem Motto „Ohne uns läuft nichts“ ausgebildet.

„Klingt ‚Ohne uns läuft nichts‘ etwas anmaßend? Ich würde es selbstbewusst nennen, denn schließlich stimmt die Aussage“, erklärte Finanzminister Schäfer. „Keine Kommune, kein Land und kein Staat funktioniert ohne Steuern. Gute Schulen und Universitäten, den Schutz unserer Umwelt, Datenautobahnen oder tolle Schwimmbäder will jeder. Ohne uns läuft das aber nicht. Denn wir kümmern uns darum, dass Steuern gerecht erhoben und ordentlich gezahlt werden – damit alle etwas davon haben. Die Ausbildung bei uns ist gut bezahlt, bietet spannende Jobs und gute Karrieremöglichkeiten.“ Ausführliche Informationen zur Ausbildung finden Sie hier: www.finanzverwaltung-mein-job.hessen.de .

Hessens Steuerverwaltung: Erfolgreich auch im Bundesvergleich!

„Wer bei uns arbeitet, ist Teil einer Erfolgsgeschichte“, so Schäfer. „Den Kampf gegen Steuerkriminalität nehmen wir schon lange besonders ernst. Damit erzielen wir im Bundesvergleich überdurchschnittliche Ergebnisse. Jahr für Jahr holen etwa unsere Prüfer bei Betriebsprüfungen gewaltige Summen heraus. Hessen liegt bei der Prüfung von Großunternehmen und Einkommensmillionären deutschlandweit regelmäßig mit ganz vorne.“

Hessens Steuerverwaltung: Gut aufgestellt!

„Hessens Steuerverwaltung ist gut aufgestellt und wir arbeiten zusammen mit den Regierungsfraktionen daran, dass das so bleibt“, sagte Schäfer mit Hinweis auf den Haushaltsplanentwurf 2017. „Ich habe gerade an zwei Tagen Finanzämter in ganz Hessen besucht und viele motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getroffen, die mir einen Einblick in ihre Arbeit gegeben haben. Wer sagt, dass er beim Finanzamt arbeitet, kann nicht unbedingt mit überschwänglicher Begeisterung seines Gegenüber rechnen. Dabei leistet er einen unverzichtbaren Beitrag für unser Zusammenleben. Für diese Arbeit möchte ich gerne allen Kolleginnen und Kollegen in der Steuerverwaltung danken“, so der Finanzminister.  

In Hessen wurden 2015 erstmals mehr als 50 Milliarden Euro an Steuern eingenommen. Schäfer: „Dies dokumentiert Hessens Wirtschaftsstärke – aber natürlich auch die Leistungsfähigkeit der hessischen Steuerverwaltung!“

Alles rund um den Entwurf des Landeshaushals 2017 steht hier für Sie bereit: www.haushalt2017.hessen.de .

Abschließend sagte Finanzminister Thomas Schäfer: „Das Motto unserer hessischen Steuerpolitik bringt es auf den Punkt. Ihm fühle ich mich, ihm fühlen wir uns verpflichtet: Gegen Betrüger, gegen Trickser - einfach gerecht! Dafür setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Finanzämtern jeden Tag ein, im Dienst für das Gemeinwesen.“