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„Hessens Steuerverwaltung: leistungsstark, gerechtigkeitsliebend und am Puls der Zeit.“

Finanzminister Dr. Schäfer und Oberfinanzpräsident Roßberg stellen Jahresbericht der Oberfinanzdirektion vor

14.11.2016Hessisches Ministerium der Finanzen

Finanzminister Vorstellung Jahresbericht 2015 Oberfianzdirektion

Vorstellung Jahresbericht 2015 Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main.
Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und Oberfinanzpräsident Jürgen Roßberg stellen den Jahresbericht 2015 der Oberfinanzdirektion vor.
© HMdF

„Leistungsstark, gerechtigkeitsliebend und am Puls der Zeit – das ist Hessens Steuerverwaltung“, sagte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute in Wiesbaden. „´Ohne uns läuft nichts` sagen wir in der Hessischen Steuerverwaltung. Das klingt vielleicht für manche anmaßend, ich aber würde es selbstbewusst nennen, denn schließlich stimmt die Aussage. Keine Kommune, kein Land und kein Staat funktioniert ohne Steuern. Gute Schulen und Universitäten, den Schutz unserer Umwelt, Datenautobahnen oder tolle Schwimmbäder will jeder. Ohne uns läuft das aber nicht. Denn wir kümmern uns darum, dass Steuern gerecht erhoben und ordentlich gezahlt werden – damit alle etwas davon haben. Die Leistungsbilanz unserer über 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich Tag für Tag dafür einsetzen, kann sich auch 2015 wieder sehen lassen.“ Schäfer stellte zusammen mit Oberfinanzpräsident Jürgen Roßberg den Jahresbericht 2015 der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main (OFD) vor.

Steuergerechtigkeit durchsetzen

2015 wurden in Hessen erstmals mehr als 50 Milliarden Euro Steuern eingenommen: Insgesamt 51,8 Milliarden Euro. Davon gingen rund 19,7 Milliarden Euro ans Land. „Dies dokumentiert Hessens Wirtschaftsstärke, den Fleiß der hier arbeitenden und lebenden Menschen – aber natürlich auch die Leistungsfähigkeit der hessischen Steuerverwaltung!“, so Schäfer.

Auch im Jahr 2015 hat der so genannte Innendienst effektiv und erfolgreich gearbeitet. Nur zwei Zahlen zu unserem Brot- und Buttergeschäft: Im Jahr 2015 wurden in Hessen 1,5 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer veranlagt. Zudem unterliegen in Hessen aktuell rund 770.000 Unternehmen der Besteuerung.  

„Jeder nimmt öffentliche Leistungen in Anspruch und die allermeisten Hessinnen und Hessen zahlen dazu ihren Beitrag. Doch auch 2015 mussten wir bei Manchen wieder nachhelfen, um die Steuergerechtigkeit durchzusetzen. So haben etwa Steuerfahnder und Betriebsprüfer beachtliche Summen eingetrieben. 209 Jahre rechtskräftiger Freiheitsstrafen zeigen, dass Steuerkriminalität in Hessen konsequent bekämpft wird“, sagte Schäfer.

„Die gezielte Bekämpfung des bandenmäßig organisierten Steuerbetrugs war auch 2015 ein ganz wesentlicher Bestandteil der Ermittlungstätigkeit der hessischen Steuerfahndungsstellen. Unsere Ermittlungsgruppen leisten dabei hervorragende Arbeit“, erklärte der Finanzminister. 2015 waren drei, mittlerweile sind fünf dieser auf die Aufklärung jeweils bestimmter Betrugsarten ausgerichteten Spezialteams im Einsatz.

Ein besonderes Augenmerk richtete die Steuerverwaltung 2015 im Bereich der Umsatzsteuer auf so genannte Risikobranchen, also Branchen, die bei Umsatzsteuerbetrügereien besonders auffällig waren. In diesem Zusammenhang sind seit dem Jahr 2015 bei verschiedenen Dienstleistungsunternehmen etwa für Sicherheit, Reinigung oder Supermärkte (z.B. für das Auffüllen von Regalen) verstärkt betrügerische Rechnungsketten festzustellen. Finanzminister Schäfer: „Die Akteure schädigen die Allgemeinheit in diesen Fällen in besonderem Maße, da sie neben dem Steuerbetrug in der Regel auch andere Delikte wie Schwarzarbeit, Sozialabgabenbetrug und Umgehung des Mindestlohns begehen.“

Erfolgreiches Pilotprojekt wird hessenweit Standard

Steuerfälle werden zunehmend internationaler und komplexer. Die hessische Steuerverwaltung reagiert darauf und weitet unter anderem ein erfolgreiches Pilotprojekt landesweit aus. 2015 nahmen an dem Projekt „Sachbearbeiter Qualitätsmanagement“ 14 der 35 hessischen Finanzämter teil. Aktuell wurde das Projekt auf 26 Finanzämter ausgeweitet. Ab Frühjahr ist es landesweit im Einsatz. Zusätzliche Einkünfte in Höhe von rund 325 Millionen Euro wurden durch das Projekt bislang entdeckt. Die steuerlichen Auswirkungen liegen bei rund 100 Millionen Euro.

„Die Bearbeitung komplizierter und damit auch häufig ertragreicher Steuerfälle erfordert eine gezielte Weiterbildung: Hessens Steuerverwaltung geht mit gutem Beispiel voran, indem sie die Qualifizierung von Beschäftigten zu Spezialisten für solche Steuerfälle konsequent vorantreibt“, erklärte Finanzminister Schäfer. „Wir stellen der häufig international agierenden Steuerhinterziehungsindustrie unsere Experten entgegen. Das zeigt Wirkung!“ Durch die Qualifizierungsoffensive wird gezielt Expertenwissen bei einzelnen Sachbearbeitern im Innendienst angesiedelt, die damit Ansprechpartner für komplexe Fallgestaltungen in ihren jeweiligen Häusern sind. Dieses Vorgehen habe sich als vorteilhaft in gleich dreifacher Hinsicht erwiesen, so Schäfer: „Das ,Sachbearbeiter Qualitätsmanagement' hat zu Mehrergebnissen bei den Steuereinnahmen und damit mehr Steuergerechtigkeit beigetragen. Die Bearbeitungsdauer ist zum Vorteil der betroffenen Steuerpflichtigen gesunken und zudem wurde das reguläre Tagesgeschäft in den beteiligten Finanzämtern durch die Spezialisierung entlastet“, sagte Schäfer.

Investitionen in schlaue Köpfe

„Die hier vorgestellten Zahlen zeigen: Wer bei uns arbeitet, ist Teil einer Erfolgsgeschichte“, so Oberfinanzpräsident Jürgen Roßberg. „Damit das so bleibt, investieren wir weiter in schlaue Köpfe. Im kommenden Jahr können 650 Anwärterinnen und Anwärter ihre Ausbildung in der Steuerverwaltung beginnen. Die Ausbildung bei uns ist gut bezahlt, es warten spannende Jobs und gute Karrieremöglichkeiten.“ Von 2016 bis 2019 werden insgesamt mindestens 1.700 junge Menschen neu eingestellt. Roßberg: „Guter Nachwuchs findet nicht von selbst zu uns in die Steuerverwaltung. Gerade im Ballungsraum konkurrieren viele Institutionen, Unternehmen und Verwaltungen um die jungen Menschen. Wir wollen daher frühzeitig auf unsere qualifizierten Ausbildungsangebote wie das duale Studium mit anschließender Übernahmegarantie und die guten Karriereperspektiven hinweisen. Und darauf, dass man in der Steuerverwaltung auf der richtigen Seite arbeitet.“

Seit dem Jahr 2015 macht die OFD Schulen deshalb ein besonderes Angebot: Das Projekt “Triple S – Schule, Studium, Steuern”. Mit speziell ausgebildeten, jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Finanzämter werden Schülerinnen und Schüler auf den Sinn und Zweck des Zahlens von Steuern aufmerksam gemacht. Zur Umsetzung von Triple S wurde im Ballungsraum Rhein/Main ein Team aus jüngeren Beschäftigten der Steuerverwaltung gebildet und zielgerichtet durch professionelle Kommunikationstrainer und Fachleute für Öffentlichkeitsarbeit qualifiziert. „Zu unserem so genannten FRESCH-Team gehören mittlerweile 47 Kolleginnen und Kollegen. Sie sind Botschafter der Steuerverwaltung und helfen, den Bekanntheitsgrad unserer Ausbildung zu erhöhen und so zu einer Steigerung von Bewerberqualität und -zahl beizutragen“, erklärte Oberfinanzpräsident Roßberg. Bis Ende des Jahres werden FRESCH-Teams rund 120 Schulbesuche absolviert haben.

Ausführliche Informationen zur Ausbildung finden Sie hier: www.finanzverwaltung-mein-job.hessen.de .

„Auch im Jahr 2015 setzte sich übrigens ein Trend fort: die Steuerverwaltung wird weiblicher. Von den 296 Anwärtereinstellungen waren 56 % Frauen“, so Roßberg.

Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Steuerkriminalität und Steuerflucht

„An Hessens Steuerverwaltung führt schon jetzt kaum ein Weg vorbei. Das soll auch in Zukunft so bleiben“, bemerkte Finanzminister Schäfer. Er wies auf das mit dem Haushalt 2017 vorgestellte Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Steuerkriminalität und Steuerflucht hin. 115 Dienstposten werden eingerichtet, insbesondere um internationalen Steuerfallgestaltungen nachgehen zu können. Mehr Informationen dazu gibt es hier: www.haushalt2017.hessen.de                                       

Abschließend sagte Schäfer: „Das Motto unserer hessischen Steuerpolitik bringt es auf den Punkt. Ihm fühle ich mich, ihm fühlen wir uns verpflichtet: Gegen Betrüger, gegen Trickser - einfach gerecht! Dafür setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Finanzämtern jeden Tag ein, im Dienst für das Gemeinwesen.“

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