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Hessischer Demografie-Preis feiert zehnjähriges Jubiläum: Zukunft gemeinsam gestalten

31.01.2020Hessisches Ministerium der Finanzen

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Hessischen Demografie-Preises besuchte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute die Viessmann Werke, Gewinner des Jahres 2011.

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Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer zu Besuch bei Viessmann
Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer zu Besuch bei Viessmann.
© Viessmann

Der Hessische Demografie-Preis wird zehn Jahre alt. Aus diesem Anlass besuchen die Vertreterinnen und Vertreter der Hessischen Landesregierung Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen zehn Jahre. Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer hat heute die Viessmann-Werke besucht, die sich mit dem Berufsorientierungsprojekt „Young Engineer
Academy“ (YEA) gegen den Fachkräftemangel in den MINT-Berufsfeldern engagieren. Dazu kooperiert das Unternehmen mit der Edertalschule in Frankenberg und erhält Unterstützung durch die Technische Hochschule Mittelhessen (THM). Das Projekt hatte im Jahr 2011 den Hessischen Demografie-Preis in der Kategorie „Fachkräftenachwuchs“ gewonnen.

Der Minister erklärte zum Projekt: „Der demografische Wandel wirkt sich auf alle gesellschaftlichen Bereiche aus, so auch auf unseren Arbeitsmarkt. Ganz besonders von seinen Folgen betroffen sind diejenigen Wirtschaftszweige, die ohnehin bereits seit einiger Zeit mit einem Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften zu kämpfen haben. Das kann man nun beklagen – oder man kann aktiv etwas dagegen tun: Für die zweite Option hat sich Viessmann entschieden und ein bemerkenswertes Projekt auf die Beine gestellt.“

Mit der Young Engineer Academy wolle das Unternehmen Jugendliche bereits in der Mittel- und Oberstufe für den Ingenieurberuf begeistern. Sie können sich für den zweijährigen YEA-Kurs bewerben, der ihnen mit Betriebserkundungen, Praktika, Schulungen und Veranstaltungen an der THM einen intensiven Einblick in die Praxis des Ingenieurberufs biete, so Schäfer weiter. Physik, angewandte Mathematik oder Robotik – mit diesen und vielen weiteren Bereichen können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertraut machen. „Viessmann leistet mit dem Projekt der YEA einen engagierten Beitrag zur Berufsorientierung junger Leute. Hier werden außerdem persönliche Verbindungen geknüpft, die sicherlich auch mit dazu beitragen können, dass sich die Jugendlichen für einen bestimmten Berufsweg entscheiden. Ich würde mir wünschen, dass noch viele weitere Unternehmen diesem positiven Beispiel folgen und ähnliche Angebote für potentielle Nachwuchskräfte auf den Weg bringen“, sagte der Finanzminister.

Prof. Dr. Martin Viessmann, Chairman der Viessmann Group, sagte: „Seit der Gründung ist die Young Engineer Academy eine wichtige Initiative zur Nachwuchssicherung ⎼ nicht nur für Viessmann, sondern für die gesamte Region. Denn gerade ländliche Regionen wie Waldeck-Frankenberg sind vom demografischen Wandel besonders betroffen.” Prof. Dr. Viessmann ergänzte weiter: „Als Familienunternehmen sind wir in der Region stark verwurzelt und nehmen die daraus resultierende gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst. So ist uns auch die Aus- und Weiterbildung des hiesigen Nachwuchses eine Herzensangelegenheit, und wir sind sehr froh über die gute Zusammenarbeit mit den Schulen und Hochschulen der Region.”

Schulleiter Claus-Hartwig Otto sprach von der besonderen Chance für seine Schülerinnen und Schüler: „Die Young Engineers Academy ist ein seit 2011 laufendes Projekt zwischen der Edertalschule Frankenberg und der Firma Viessmann mit Unterstützung der Technischen Hochschule Mittelhessen. Bei der YEA können Schülerinnen und Schüler der Oberstufe schon während der Schulzeit das Berufsbild des Ingenieurs kennenlernen, und zwar unter Arbeitsbedingungen, die dank der großzügigen Unterstützung von Viessmann weit über die schulischen Möglichkeiten hinausgehen. Einerseits lernen sie in Hochschulvorlesungen die theoretischen Grundlagen des Programmierens und der Elektrotechnik, anderseits werden sie mit den grundlegenden praktischen Fertigkeiten, wie Löten und Feilen, aber z.B. auch mit dem Umgang mit Schrittmotoren vertraut gemacht. In Teamarbeit übernehmen die Schülerinnen und Schüler auch größere Projekte, die bisweilen auch in ‚Jugend forscht‘-Wettbewerbsbeiträge münden. Die Tatsache, dass unsere Schülerinnen und Schüler für die YEA-Initiative sehr viele Stunden während der anstrengenden Oberstufenzeit investieren zeigt, dass dieses Projekt ein echtes Erfolgsmodell ist."

„Das YEA-Projekt bietet eine einmalige Kombination: Die Schülerinnen und Schüler lernen die Praxis eines Ingenieurs bei Viessmann kennen, bauen und programmieren einen kleinen mobilen Roboter und besuchen Vorlesungen aus dem Bereich Technik und Informatik. Die Theorie der Vorlesungen wird mit praxisnahen Projekten verbunden, bei denen beispielsweise mit einem Arduino ein Plotter oder ein Roboter angesteuert wird. Das Projekt ist nicht ist nur für die Schüler, die Schulen und für das Unternehmen Viessmann ein großer Erfolg, sondern auch für die ganze Region, weil junge Menschen so an technische Berufe herangeführt werden und häufig auch tatsächlich ein technisches Studium beginnen. Dass sich vergleichsweise viele junge Frauen mit YEA beschäftigen, ist umso erfreulicher“, erläutern Prof. Dr. Anita Röhm und Prof. Dr.-Ing. Diethelm Bienhaus von der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Zum Hintergrund:

Zehn Jahre Hessischer Demografie-Preis

670 Projekte und Initiativen haben sich in den vergangenen zehn Jahren um den Hessischen Demografie-Preis beworben. Bewerben können sich Vereine, Stiftungen, Genossenschaften, Initiativen, Kirchen, Kommunen, gemeinnützige Einrichtungen und Unternehmen, die sich mit einem Projekt dafür einsetzen, dass es sich auch in Zukunft auf dem Land gut leben lässt.

Der Hessische Demografie-Preis wird jährlich im Februar/März für circa sechs Wochen ausgeschrieben. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage der Hessischen Staatskanzlei unter: www.stk.hessen.de/initiativen/demografie

Demografie-Politik der Hessischen Landesregierung

Die Hessische Landesregierung betreibt bereits seit vielen Jahren eine aktive, ressortübergreifende Demografie-Politik: Der demografische Wandel wird in Hessen mit einem klaren Kompass, der hessischen Demografie-Strategie, gestaltet. Um gleichwertige attraktive Lebensbedingungen in Stadt und Land zu bieten, fördert die Landesregierung die Weiterentwicklung sowohl der ländlichen Räume als auch der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. So werden zum Beispiel mit der aus der Demografie-Politik entwickelten Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ Maßnahmen zur Stärkung der ländlichen Räume gebündelt, wie beispielsweise die Forcierung des Mobilfunk- und Breitbandausbaus, die Förderung von Bürgerbussen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in den ländlichen Raum.

„Arbeit in die Heimat und zu den Menschen bringen: Auch das möchten wir unter anderem mit der Reform der Hessischen Steuerverwaltung erreichen. Dabei sollen Finanzämter im ländlichen Raum gestärkt und aufgewertet werden – mit 950 dort neu angesiedelten Arbeitsplätzen. Wir bündeln Aufgaben und vergeben sie an Ämter abseits der Ballungszentren. Die Verwaltung wird durch die Zentralisierung noch effizienter, was den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen neue Beschäftigungs- und Karrieremöglichkeiten. Ganz praktisch heißt das auch: Beschäftigte können oft näher am Wohnort einen attraktiven Arbeitsplatz finden und müssen weniger weit pendeln. Und das fast 1.000-mal in ganz Hessen“, sagte Finanzminister Dr. Thomas Schäfer.

Darüber hinaus stelle sich die Hessische Steuerverwaltung zukunftsfest auf – mit Einstellungsrekorden bei den Auszubildenden und gezielten Programmen zum Wissenstransfer zwischen erfahrenen Beschäftigten und jungen Kolleginnen und Kollegen.

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Pressesprecher: 
Ralph-Nicolas Pietzonka
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