Haushalt 2017

„Hessen wird durch den Haushalt 2017 noch schlauer, sicherer und gerechter.“

16.09.2016Hessisches Ministerium der Finanzen

Finanzminister Dr. Schäfer bringt Haushaltsentwurf 2017 in den Landtag ein.

„Hessen wird durch den Haushalt 2017 noch schlauer, sicherer und gerechter“, sagte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute im Hessischen Landtag in Wiesbaden bei der Einbringung des Entwurfs des Landeshaushalts 2017. „Mit dem Haushalt 2017 stellen wir wichtige Weichen für Hessen. 1.100 neue Lehrer werden die Chancen für unsere Kinder und die, die als Flüchtlinge neu zu uns kommen, auf einen guten Start ins Leben weiter steigern. Sie machen Hessen noch schlauer. Rund 500 zusätzliche Polizisten und 100 neue Stellen für die Justiz machen Hessen noch sicherer. Fast 80 neue Stellen in der Finanzverwaltung, um den Kampf gegen Steuerkriminelle noch erfolgreicher führen zu können, machen Hessen noch gerechter.“

Schäfer weiter: „Gleichzeitig halbieren wir die Neuverschuldung fast und nehmen uns in der Finanzplanung für 2019 sogar vor, erstmals nach einem halben Jahrhundert wieder Schulden zurück zu zahlen. Dieser Haushalt stellt die Weichen klar in Richtung Zukunft. Ja, das verdanken wir sehr guten Steuereinnahmen. Ja, das verdanken wir auch niedrigen Zinsen. Wir verdanken es aber auch unserer soliden, bedachten Haushaltsführung. Wir haben es uns erarbeitet, über 1,6 Milliarden Euro für die Flüchtlingshilfe ausgeben und darüber hinaus weiter wichtige Schwerpunkte für unser Land setzen zu können.“

Neuverschuldung fast halbiert, Schuldentilgung in Sicht

Hessen wird im kommenden Jahr nach dem Regierungsentwurf fast 290 Millionen Euro weniger Schulden aufnehmen als noch für das laufende Jahr geplant. Damit sinkt die Neuverschuldung von aktuell geplanten 638 Millionen Euro um 45% auf 350 Millionen Euro.

Haushalt 2017 Nettokreditaufnahme

„Wir halten unseren Weg zur Schuldenbremse wie geplant ein und liegen rund 240 Millionen Euro unter dem Wert, den das Gesetz zur Ausführung der Schuldenbremse zuließe. 2020 müssen wir den ausgeglichenen Haushalt liefern, so wie sich das die große Mehrheit der Hessinnen und Hessen wünscht. Wir wollen dieses Ziel aber bereits spätestens 2019 erreichen und nicht nur das: 2019 beginnen wir schon damit, Schulden zurück zu zahlen!“, so der Finanzminister. „50 Millionen sind erst der Anfang. 2020 sollen daraus 150 Millionen Euro werden. Darauf warten wir seit Jahrzehnten!“

Finanzplanung bis 2020

Allerdings wies Schäfer darauf hin, dass die Finanzpolitik wachsam bleiben muss: „Insbesondere gesamtwirtschaftliche Risiken, etwa durch den Brexit oder durch geopolitische Unwägbarkeiten, können das Bild schnell wieder trüben.“

Rekord-KFA – viel Geld für den LFA

Den Kommunen bringt der Haushalt 2017 neue Rekordeinnahmen. Das Land wird ihnen durch den Kommunalen Finanzausgleich mehr Geld denn je überweisen. Er steigt auf 4,587 Milliarden Euro und liegt damit rund 220 Millionen Euro über dem Betrag des laufenden Jahres.

„Dass einige finanziell besser ausgestattete Kommunen gegen den Kommunalen Finanzausgleich klagen wollen überrascht mich nicht wirklich“, ging Schäfer auf jüngste Ankündigungen ein. „Natürlich ist es das gute Recht einer jeder Kommune eine Regelung, die als ungerecht empfunden wird, auf Verfassungsmäßigkeit hin zu überprüfen. Allerdings: Die klagenden Kommunen müssen wissen, dass sie damit die interkommunale Solidarität ein Stück weit aufkündigen. Wer das Trinkwasser aus dem Vogelsberg bekommt und einen nicht kleinen Teil seiner Gewerbesteuereinnahmen den Einpendlern aus den ländlichen Räumen verdankt, muss bereit sein, einen Teil seines beträchtlichen Wohlstandes mit den weniger finanzstarken Regionen des Landes zu teilen! Im Übrigen bin ich gerade auch mit Blick auf das jüngste Urteil zum Kommunalen Finanzausgleich in NRW sehr zuversichtlich, dass auch die hessische Regelung Bestand haben wird.“

Auch die Zahlungen in den Länderfinanzausgleich werden 2017 wieder bemerkenswert sein. Als eines der wenigen Geberländer wird Hessen 1,844 Milliarden Euro einzahlen. „Über den Länderfinanzausgleich sind der Worte mittlerweile genug gewechselt. Es sollten endlich Taten folgen. Die Ländereinigung, die auch Hessen zukünftig deutlich entlasten würde, liegt auf dem Tisch. Der Bund muss seiner Verantwortung nun gerecht werden. Dass es so nicht weitergehen kann, zeigen unsere Zahlungen für 2017 einmal mehr“, bemerkte Schäfer.

Lehrer, Polizisten, Steuerfahnder – Kluge Köpfe fürs Land

„Wir investieren gezielt in Bereiche, die uns als Landesregierung wichtig sind und die auch den Bürgerinnen und Bürgern am Herz liegen: Bildung und Sicherheit“, erläuterte der Finanzminister. „1.100 neue Lehrerinnen und Lehrer, 100 neue Professorinnen und Professoren, 500 Stellen für Polizei und Verfassungsschutz, fast 80 Stellen für Steuerfahnder und zur verstärkten Bekämpfung der internationalen Steuerflucht: Das sind viele kluge Köpfe, die unser Land weiterbringen.“

Haushalt 2017 Personalausgaben

Mit rund 970 weiteren Stellen wird dazu die Verkürzung der Arbeitszeit für Hessens Beamtinnen und Beamte um eine Stunde vollständig ausgeglichen. „Wir sichern somit das hohe Leistungsniveau der Landesverwaltung“, sagte der Finanzminister.

Insgesamt rund 3.000 neue Stellen schafft Hessen im kommenden Jahr. Schäfer: „Wir geben 3.000 Menschen die Chance, in uns einen guten Arbeitgeber zu finden. Wir investieren zugunsten aller Hessinnen und Hessen in kluge Köpfe. Wir wissen aber auch, dass damit höhere finanzielle Verpflichtungen für die kommenden Jahre einhergehen. Wenn wir jetzt mehr Menschen einstellen, denken wir im gleichen Atemzug an unser finanzpolitisches Ziel einer nachhaltigen Vorsorge: Durch höhere freiwillige Einzahlungen in die Versorgungsrücklage des Landes wollen wir den zukünftigen Belastungen bereits heute gerecht werden.“

Ausgaben für Flüchtlingshilfe bleiben auf hohem Niveau

Die Ausgaben für die Flüchtlingshilfe bleiben 2017 auf historisch hohem Niveau. Sie belaufen sich auf über 1,6 Milliarden Euro. Damit gehen sie gegenüber dem laufenden Jahr voraussichtlich leicht zurück. Vorhersagen, die die Entwicklung der Flüchtlingszahlen wie der Ausgaben betreffen, bleiben aber mit Unsicherheiten behaftet. „Der Bund beteiligt sich 2017 mit rund 25 % an den Kosten der Flüchtlingshilfe. Natürlich schätzen wir diese Unterstützung. Es zeigt aber auch: Den Großteil der Finanzierung dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe stemmt das Land“, so Finanzminister Schäfer.

Haushalt 2017 Ausgaben für Flüchtlinge

Wichtige Eckdaten des Haushalts 2017 sehen sie hier auf einen Blick:

Die vollständige Einbringungsrede sowie viele weitere Informationen zum Haushalt 2017 finden Sie auf unserer Sonderseite:

www.haushalt2017.hessen.de

Finanzminister Schäfer abschließend: „Schlauer, sicherer, gerechter. Hessen ist mit dem Haushalt 2017 gut aufgestellt!“ 

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