Neubau

Gewächshaus des Botanischen Gartens nimmt Formen an

22.11.2019Hessisches Ministerium der Finanzen

Zum Richtfest auf dem Campus der Justus-Liebig-Universität Gießen gratulieren Staatssekretärin Ayse Asar und Staatssekretär Dr. Martin Worms

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Hessens Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms am Rednerpult.
Grußwort von Hessens Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms.
© JLU / Katrina Friese

In Deutschlands ältestem botanischen Universitätsgarten in Gießen tut sich etwas: Die Rohbauarbeiten an der neuen Gewächshausanlage sind fast abgeschlossen. Zeit für das Richtfest mit Wissenschaftsstaatssekretärin Ayse Asar und Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms. Der Botanische Garten ist für die Öffentlichkeit zugänglich, wird in erster Linie aber zu Lehrzwecken der Justus-Liebig-Universität genutzt. Aufgrund des Bauzustandes wird die Gewächshausfläche aktuell erneuert und erweitert. Die Baumaßnahmen orientieren sich dabei an der ursprünglichen Anlage und umfassen die Teile Victoriahaus, Palmenhaus und Warmhaus. Für die derzeit veranschlagte Finanzierung von rund 8 Millionen Euro, werden rund 4,8 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt 2020 über das Bund-Länder-Programm zur Verfügung gestellt. Die Universität beteiligt sich mit rund 3,2 Millionen Euro.

Staatssekretärin Ayse Asar: „Auf rund 800 Quadratmetern entsteht an der Universität Gießen eine neue Gewächshausanlage, die zu Lehrzwecken in Forschung und Lehre, zur Bewältigung steigender Studierendenzahlen, aber auch der Öffentlichkeitsarbeit und dem Erhalt der Biodiversität dienen soll. Die JLU nimmt große Mühen in Kauf, ihre Pflanzensammlungen und Gewächshäuser zu modernisieren. Hier können wir im wahrsten Sinne des Wortes sehen, wie Wissen wächst! Das Land Hessen unterstützt diese Maßnahmen gerne.“

Lange und wechselvolle Geschichte

Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms gratulierte allen am Bau Beteiligten: „Der Botanische Garten hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Nach 410 Jahre ist der Ursprungsort des Gartens noch immer ein Teil der heutigen Anlage und nimmt innerhalb der Universität und auch der Stadt selbst eine wichtige Rolle ein. Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nicht verschont, wurden Teile der Anlage in der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre sukzessive, aber leider nur fragmentarisch, wiederaufgebaut. Daher ist es nun umso erfreulicher, dass durch den Teilneubau der Gewächshäuser die ursprüngliche Konzeption sinngemäß wiederentsteht, die Neubauten historische Bezüge aufgreifen und die Planungen dennoch den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen gewachsen sind.“

Dr. Worms weiter: „Ich bin mir sicher, dass dieses Gebäudeensemble ein weiterer Gewinn für den Botanischen Garten sein wird. Ich wünsche allen Beteiligten gutes Gelingen bei den anstehenden Arbeiten!“
„Die neue Gewächshausanlage verbessert unsere Raumressourcen für die Lehre erheblich“, so JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, der vor Ort von Susanne Kraus, Kanzlerin der Justus-Liebig-Universität, vertreten wurde. „Künftig können dort auch im Wintersemester Veranstaltungen unserer vier Fachbereiche durchgeführt werden, die Gewächshausflächen für die Lehre benötigen. Auch die Öffentlichkeit profitiert von den neuen Gewächshäusern, nicht nur durch den neuen architektonischen Blickfang. So wird die ‚Grünen Schule‘ des Botanischen Gartens, die Veranstaltungen insbesondere für Kinder und Jugendliche anbietet, in einem Gewächshaus beheimatet. Ich bin dem Land Hessen sehr dankbar für diese wichtigen und attraktiven Neubauten.“

Verbindung aus neu und alt

Mit der Baudurchführung ist der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen beauftragt. Für LBIH-Direktor Thomas Platte macht die Verbindung aus Historischem und Neuem den Reiz dieser Baumaßnahme aus: „Gut erhaltene Teile des früheren Palmenhauses werden in den Neubau integriert. So bleiben eine Mauer und ein Brunnen, die im zweiten Weltkrieg zum Glück nicht zerstört wurden, erhalten. Ich freue mich, dass der Neubau historische Baubestände auf diese Weise gelungen einschließen kann.“

Die Anfänge des Botanischen Gartens der Justus-Liebig-Universität Gießen lassen sich auf das Jahr 1609 zurückführen, was ihn zum ältesten botanischen Universitätsgarten Deutschlands macht. Der Botanische Garten ist ein Kulturdenkmal und steht unter Denkmalschutz. Die Neuerrichtungen orientieren sich dabei an der ursprünglichen Anlage. Im Palmenhaus werden kälteempfindliche Kübelpflanzen überwintern. Das Victoriahaus dient der Victoria-Seerose als Unterkunft, während im Warmhaus die Unterbringung von tropischen Pflanzen vorgesehen ist.

Die Fertigstellung ist für Sommer 2020 geplant. Die Aufnahme des Lehrbetriebes soll im Wintersemester 2020/2021 erfolgen.

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