Auszeichnung

Architekturpreis „Vorbildliche Bauten 2017“ verliehen

23.08.2017Hessisches Ministerium der Finanzen

Hessisches Finanzministerium und Architektenkammer Hessen verleihen Architekturpreis „Vorbildliche Bauten 2017“

Architekturpreis 2017
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© AKH / Christoph Rau

Das Hessische Finanzministerium und die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) haben heute im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung die Auszeichnung „Vorbildliche Bauten 2017“ vergeben. Der älteste Architekturpreis Deutschlands existiert bereits seit 63 Jahren und zeichnet im Turnus von drei Jahren außerordentliche Planungs- und Baukultur im Land aus. Hessens Finanzminister Dr. Schäfer erklärte: „In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Leitthema ,Kostengünstiges Bauen – qualitätvolle Lösungen bei Neubau und Sanierung‘. Bei allen Unterschieden haben die Gewinnerprojekte in diesem Jahr eine Gemeinsamkeit: Sie zeigen, dass sich hohe architektonische Qualität auch kostengünstig umsetzen lässt.“ Die Besonderheit des Preises liege neben seiner langen Tradition auch darin, dass sich Bauherr und Planer gemeinsam bewerben. „Indem wir beispielgebende Bauwerke im Land Hessen einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen, möchten wir zur Verbesserung der Baukultur beitragen“, so der Minister.

Die Frage nach den Baukosten und der damit verbundenen Wirtschaftlichkeit stehe heutzutage immer mehr im Fokus. „Dies gilt gleichermaßen für die eigene Investition wie auch für die Wahrnehmung des Umgangs mit Steuergeld. Steigende Immobilienpreise, insbesondere in größeren Städten und Ballungsräumen, führen außerdem dazu, dass kostengünstige Lösungen immer mehr an Bedeutung gewinnen“, führte Schäfer aus. Die prämierten Projekte zeichneten sich nicht nur durch ihre in Relation zur gebauten Qualität günstigen Erstellungskosten aus, sondern auch durch eine hohe Funktionalität, attraktive Formensprache und ein harmonisches Verhältnis zur jeweiligen Umgebung.

Die Präsidentin der Architekten und Stadtplanerkammer Hessen, Brigitte Holz, ergänzte: „Kostengünstig heißt keinesfalls billig Bauen. Sie kennen das geflügelte schwäbische Wort: Ich bin zu arm, um billig zu kaufen. Das Gleiche gilt sinngemäß für das Bauen. Kostengünstiges Bauen bedeutet, begrenzte Budgets als Herausforderung zu verstehen und nach ungewöhnlichen und innovativen Lösungen zu suchen, die funktional wie gestalterisch für Architekturqualität stehen.“ Die eingegangenen Bewerbungen haben verdeutlicht, mit welchem Ideenreichtum der Spagat zwischen niedrigen Baukosten und hoher Qualität bewältigt wurde.

„Aus gutem Grund“, so Holz weiter, „haben wir uns bei der Auslobung gemeinsam mit dem Ministerium folgerichtig dafür entschieden, das kostengünstige Bauen nicht nur an den Baukosten festzumachen, sondern weiter zu fassen und mehr als einen Blick zu werfen auf die Themen Innenentwicklung und Nachverdichtung, Nutzungsflexibilität und Anpassbarkeit, Materialwahl und Ausstattungsqualität und schließlich Energieeffizienz und Ökobilanz“.

In diesem Jahr wählte die siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz des Architekten Professor Claus Anderhalten aus 88 Wettbewerbsbeiträgen 14 Projekte aus: Sieben erhielten die Auszeichnung als „Vorbildliche Bauten“ und weiteren sieben wurde eine „Besondere Anerkennung“ zuteil. Das Spektrum der eingereichten Arbeiten war breit gefächert und repräsentativ für das derzeitige Baugeschehen. Der Schwerpunkt der Objektstandorte lag im Rhein-Main-Gebiet, jedoch waren auch die anderen Regionen Hessens gut unter den Wettbewerbern vertreten.

Die preisgekrönten Bauobjekte 2017 sind:

  • Einbauten Immanuelkirche, Kassel
    Verfasser: ATELIER 30 Architekten GmbH, Kassel
    Bauherr: Evangelischer Stadtkirchenkreis Kassel
  • Haus H, Frankenberg (Eder)
    Verfasser: Kohlmayer Oberst Architekten GbR, Stuttgart / Architekt Matthias Hajek, München
    Bauherr: Beatrix Hajek, Frankenberg (Eder)
  • SCL – Bürohaus, Bischofsheim
    Verfasser: MIND Architects Collective, Bischofsheim
    Bauherr: Julia Buschlinger, Bischofsheim
  • Seniorenwohnhaus St. Josef, Frankfurt am Main
    Verfasser: Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt
    Bauherr: Caritas Verband, Frankfurt am Main
  • Freianlagen Campus Hochschule Fulda
    Verfasser: Mann Landschaftsarchitektur, Fulda
    Bauherr: Land Hessen, Ministerium für Wissenschaft und Kunst / Hochschule Fulda
  • Historisches Museum, Frankfurt am Main
    Verfasser: LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei GmbH & Co . KG, Stuttgart
    Bauherr: Stadt Frankfurt am Main, vertreten durch das Hochbauamt Frankfurt am Main
  • Hessenwaldschule Weiterstadt
    Verfasser: Wulf Architekten GmbH, Stuttgart
    Bauherr: Da-Di-Werk, Eigenbetrieb für Gebäude- und Umweltmanagement des Landkreises Darmstadt-Dieburg

Eine „Besondere Anerkennung“ erhielten:

  • Neubau Hochbahnsteige für die Haltestelle Musterschule in Frankfurt am Main
    Verfasser: Kölling Architekten BDA, Bad Vilbel
    Bauherr: VGF Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH
  • Systemhaus in Holzhybridbauweise | Wohngebäude mit 25 Wohnungen, Offenbach
    Verfasser: Hirschmuellerschmidt Architektur GmbH, Darmstadt
    Bauherr: Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach
  • Haus im Burggarten, Breitenbach am Herzberg
    Verfasser: Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt
    Bauherr: Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V., Schwalmstadt
  • Sanierung und Erweiterung des Forschungszentrums für Biodiversität und Klima BiK-F, Frankfurt am Main
    Verfasser: SSP AG, Bochum
    Bauherr: Senckenbergische naturforschende Gesellschaft, Frankfurt am Main
  • Neubau Bürgerhaus Herborn-Burg
    Verfasser: STUDIOBORNHEIM Unger Ritter Architekten PartG mbB, Frankfurt am Main
    Bauherr: Magistrat der Stadt Herborn
  • Erweiterung des Gymnasiums Oberursel
    Verfasser: v-architekten Gmbh, Köln
    Bauherr: Hochtaunuskreis
  • Freianlagen Projekt Krome, Frankfurt am Main
    Verfasser: BWP Endreß Landschaftsarchitekten, Frankfurt am Main
    Bauherr: Merz Immobilien GmbH & Co. KG Verwaltungsgesellschaft, Groß-Bieberau

Der Finanzminister und die Präsidentin gratulierten den Preisträgern: „Wir hoffen, dass die prämierten Projekte Inspiration für weitere vorbildliche Bauten sein werden.“ Ganz besonders freuten sie sich auch darüber, dass die Bauherrenseite sehr vielfältig sei. „Neben privaten Bauherren wurden in diesem Jahr auch Wohnungsbaugesellschaften, Kommunen, die Kirche und das Land ausgezeichnet. Sie alle haben einen Beitrag zu einer guten Baukultur in Hessen geleistet und dafür möchten wir Ihnen ganz herzlich danken“, sagten Schäfer und Holz zum Abschluss der feierlichen Preisverleihung.

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