Interview mit Roland Jabkowski

Hessens Co-CIO zum Onlinezugangsverbesserungsgesetz

Hessens Co-CIO Roland Jabkowski spricht in der Ausgabe 3/3017 des HZD-Kundenmagazins INFORM über das Onlinezugangsverbesserungsgesetz, das den endgültigen Durchbruch zum modernen E-Government einleiten soll.

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Co-CIO Roland Jabkowski
Hessens Co-CIO Roland Jabkowski.
© HMdF / Fredrik von Erichsen

Herr Jabkowski, in diesem Nachgefragt möchten wir Sie gern nach Ihrer Sicht zu den vordringlichen IT-Herausforderungen der nächsten Zeit in Hessen fragen. Was beschäftigt Ihre Überlegungen dabei momentan am stärksten?

Es gibt eine Vielzahl von Aufgabenstellungen, denen wir im Rahmen der Digitalen Verwaltung Hessen 2020 nachkommen müssen und auch werden. Denn das Rad dreht sich auch im IT-Bereich immer weiter. Ein willkommener und deutlicher Treiber im E-Government in Deutschland wird das neue, sogenannte Onlinezugangsverbesserungsgesetz sein, das der Bund im Juni beschlossen hat. Mit dem Gesetz wird auch eine deutliche Verbesserung der Situation im Bereich des digitalen Verwaltungshandelns in Deutschland einhergehen. Das Gesetz enthält aber auch eine Vielzahl an konkreten Vorgaben. Damit gehen natürlich in der praktischen Umsetzung große Herausforderungen einher. Wie wir die Umsetzung des Gesetzes  gut hinbekommen, das beschäftigt mich derzeit verstärkt.

Was dürfen wir von dem neuen Gesetz erwarten?

Das Gesetz sieht den Aufbau eines Portalverbundes über alle deutschen Verwaltungsebenen hinweg vor. Mit den gesetzlichen Grundlagen werden wichtige Pflöcke für ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen im Bereich der öffentlichen digitalen Verwaltung eingeschlagen. Ein zentraler Punkt ist, den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen ein leicht zu bedienendes und sicheres Bürger- oder Servicekonto bereitzustellen, mit dem zukünftig alle Verwaltungsleistungen in Anspruch genommen werden. Innerhalb von fünf Jahren sollen alle Dienstleistungen der Verwaltung online angeboten werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sämtliche Verwaltungsprozesse und –verfahren, angefangen vom einfachen Beantragen des Anwohnerparkausweises bis hin zu der Erteilung einer gaststättenrechtlichen Erlaubnis, analysiert, optimiert und sofern noch nicht geschehen, für die Digitalisierung vorbereitet werden.

Was bedeutet das voraussichtlich für die IT-Dienstleister?

Arbeit! (lacht) Oder besser gesagt, noch  eine Menge zusätzlicher Arbeit. Sowohl die IT-Dienstleister der Landesverwaltung, als auch und insbesondere die der Kommunen, werden die zentrale Rolle in diesem Prozess spielen. Sie sind am Ende Begleiter, Berater und meist auch Umsetzer der gesamten Zielsetzung.

Die Kommunen sind wichtigster Träger und Erfolgsfaktor für das E-Government. Auf ihrer Ebene werden schließlich die meisten Verwaltungsdienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger angeboten. Deshalb bin ich froh, dass die meisten Kommunen in Hessen  durch einen kompetenten und gut aufgestellten IT-Dienstleister, nämlich die ekom21, unterstützt werden. Und ich bin selbstverständlich ebenso glücklich darüber, dass das Land Hessen mit der HZD über einen IT-Dienstleister verfügt, der für Innovation und Expertise steht und das seit Jahrzehnten kontinuierlich unter Beweis stellt. Denn nur mit vereinten Kräften der IT-Dienstleister und der Verwaltung wird es gelingen, die eigentliche Zielsetzung des Onlinezugangsverbesserungsgesetzes zu verwirklichen: Ein effektives und damit erfolgreiches Voranbringen des E-Governments in Deutschland. 

Quelle: Jabkowski, Roland: Nachgefragt // Hessens Co-CIO zum Onlinezugangsverbesserungsgesetz; in: HZD-Kundenmagazin INFORM, Ausgabe 3/2017, S. 39.

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