Produkthaushalt

Wirtschaftsplan

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Wirtschaftsplan Land Hessen
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Die Komponenten des Wirtschaftsplans

Der Wirtschaftsplan ist im Produkthaushalt das zentrale Element des Haushaltsplans. Er setzt sich zusammen aus dem Leistungs-, Erfolgs- und Finanzplan und einer Überleitungsrechnung. Daneben ist ein rudimentärer kameraler Haushalt zu erstellen, der sich aus der Überleitung der Konten auf kamerale Titel ergibt.

Der Wirtschaftsplan setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  1. Leistungsplan
    Der Leistungsplan weist nach § 7a LHO die gesamten Produkte, Projekte und externen sowie zwischenbehördlichen Leistungen des jeweiligen Buchungskreises nach Art und Umfang nach, und dient als Grundlage für die Berechnung der Produktabgeltung. Aus dem Leistungsplan wird auch die Finanzierung der Leistungen durch staatliche und andere Mittel ersichtlich. Als Erläuterung zum Leistungsplan werden die Produktblätter und Leistungsbögen beigefügt.
     
  2. Erfolgsplan
    Der Erfolgsplan dient wie die Gewinn- und Verlustrechnung privater Unternehmen dem Nachweis der Ertragslage, indem dort den Erträgen (v.a. eigene Einnahmen und Produktabgeltung) die gesamten Aufwendungen gegenüber gestellt werden. Damit gibt er einen Überblick über die Gesamtfinanzierung der geplanten Aufwendungen und über die Verwendung der verfügbaren Mittel. Die im (späteren) Produkthaushalt per Leistungsplan ermittelte Summe aller Produktabgeltungen/Produkte entspricht der Position 9a des Erfolgsplans.
     
  3. Finanzplan
    Der Finanzplan ergänzt den Erfolgsplan um den wichtigen Teil der aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht oder nur über Abschreibungen erfolgswirksamen Finanzierungsvorgänge, insbesondere im Bereich der Investitionsfinanzierung, aber auch hinsichtlich der Verwendung von Rücklagen. Der Finanzplan enthält alle Investitionen im kaufmännischen Sinne, d.h. vereinfacht ausgedrückt alle Wirtschaftsgüter mit einer üblichen Nutzungsdauer von über einem Jahr. Er enthält daher für die staatliche Finanzierung entscheidende Informationen und kann Transparenz und Planbarkeit hinsichtlich des Umgangs mit investiven Rücklagen ermöglichen.
     
  4. Überleitungsrechnung
    Die Überleitungsrechnung dient zur Ermittlung des kameralen Zuschusses des Landes für den Mandanten.
    Darüber hinaus ersetzt die Überleitungsrechnung in der Übergangsphase die noch aus oder neben dem Finanzplan zu entwickelnde Cash-Flow-Rechnung. Neben „neutralen“ Kosten sind zur Ermittlung des korrekten Liquiditätsbedarfs, d.h. des kameralen Zuschusses des Buchungskreises, weitere Zu- und Abrechnungen erforderlich. Davon betroffen sind im Wesentlichen Geschäftsvorfälle bei denen Aufwand und Zahlung, bzw. Ertrag und Einnahme zeitlich unterschiedlichen Haushaltsjahren zuzuordnen sind.